Atemschutz



Bei fast allen Brandeinsätzen wird in der heutigen Zeit Atemschutz eingesetzt. Darüber hinaus ist er auch bei Schadstoff – Einsätzen, Gärgas – Unfällen, usw. ein muss. Die Einsätze unter Atemschutz sind für die Atemschutzträger oft sehr anspruchsvoll. Sie müssen dabei oft an ihre physischen und psychischen Grenzen gehen. Bei Atemschutzeinsätzen herrschen oft Temperaturen von 200°C bis 600°C und mehr, dazu kommt meist schlechte Sicht (meist nur wenige Zentimeter), das ATS-Gerät mit ca. 15kg am Rücken und der Gedanke im Hinterkopf, dass ev. noch Personen eingeschlossen sind, die es zu retten gilt, bevor der eigene Luftvorrat zu Ende geht. Die Brandbekämpfung wird bei fortgeschrittenen Bränden meist nur von außen durchgeführt, da die Gefahr im Inneren oft zu groß ist, um das Leben der Einsatzkräfte aufs Spiel zu setzen. Dies geschieht nur um eingeschlossene Personen zu suchen und zu retten.


Was erwartet die Einsatzkräfte bei einem Atemschutzeinsatz?

Bei Einsätzen unter Atemschutz herrschen oft hohe Temperaturen. In einem brennenden Raum hat es in Bodennähe ca. 180°C, in Schulterhöhe ca. 250 - 300°C und an der Decke 600 - 1000°C. Dies zwingt die Einsatzkräfte nur kriechend in Bodennähe vor zu gehen. In einem Raum während eines Flashover herrschen im gesamten Raum mehr als 600°C, denen kann auch die Gute Schutzbekleidung nur mehr ca. zehn Sekunden widerstehen. Der Rauch und der Wasserdampf behindern die Sicht, das man oft nur wenige Zentimeter weit sehen kann. Da gilt es für die Atemschutzträger die Orientierung und den Überblick über die Lage zu behalten, sowie nicht in Panik zu geraten. Deshalb verwendet ein Atemschutztrupp immer eine Rückwegsicherung. Wenn der Rauch zu heiß wird, entzünden sich die brennbaren Gase und es kommt zu einem Flashover. Um dies zu vermeiden ist es wichtig für den Trupp, laufend die Temperatur mittels Temperaturchecks zu prüfen, und gegebenenfalls die Rauchschicht mittels Sprühimpulsen zu kühlen. 

Es besteht die Gefahr, das brennende Teile von der Decke fallen, bzw. das Gebäude einstürzen könnte. Bei einer Temperatur von ca. 760°C verliert eine Ziegelmauer ihre Festigkeit, und bei einer Temperatur von 550°C verliert Stahl 50% seiner Festigkeit. Man muss auf Risse im Beton achten, doch dies ist meist wegen der Sichtbehinderung durch den Rauch nicht einfach. Diese Sachen sind wichtig zu wissen, für Atemschutzträger, um die Lage richtig einschätzen zu können und richtig darauf zu reagieren, dies sollte die gute Ausbildung gewährleisten


Der Atemschutztrupp:

Ein Trupp besteht mindestens aus drei Mann. Als erstes geht meist ein Truppmann mit einem Hohlstrahlrohr, das einem normalen Strahlrohr im Innenangriff vorgezogen werden sollte.

Danach kommt der Truppführer, der den ersten Mann dirigiert und den Überblick über die Lage behalten sollte, während der Erste löscht. Hinter ihnen kommt der zweite Truppmann, der die restliche Ausrüstung, wie z.B.: ein Tragetuch für Verletzte, eine Brandfluchthaube zur Rettung von Personen durch verrauchte Räume, oder andere für den jeweiligen Einsatz benötigte Hilfsmittel mit trägt. Er ist das hintere Auge des Trupps. Er sollte immer auf einen freien Rückweg achten, und gegebenen Falls den Trupp warnen, falls sie z.B.: vom Feuer eingeschlossen werden, oder andere Gefahr droht.

Da es oft nicht möglich ist seinen Vordermann zu sehen, ist es wichtig, dass der Trupp regelmäßig durchzählt, um sich nicht zu verlieren. Ebenfalls überlebenswichtig ist es den Luftvorrat stets im Auge zu behalten und miteinander zu vergleichen, damit niemandem zu wenig Luft für den Rückweg bleibt.

 

Um sicher zu stellen, den Weg aus den meist unbekannten Gebäuden zu finden, verwendet ein Atemschutztrupp immer eine Rückzugsicherung in Form einer Leine, oder besser noch eine gefüllte Schlauchleitung.

Durch diese Rückzugsicherung ist es auch dem, immer außerhalb bereitstehenden, Sicherungstrupp  möglich im Falle eines Notfalls den verunglückten Trupp rasch zu finden und zu helfen. Dies ist wichtig, da der Luftvorrat nur begrenzt ist, und somit dem Sicherungstrupp nur wenige Minuten bleiben um die Verunfallten aus dem Gefahrenbereich zu bringen.


Der Sicherungstrupp

Im Atemschutz ist Sicherheit oberstes Gebot. Deshalb steht bei Atemschutzeinsätzen immer ein voll ausgerüsteter Trupp am Rand des Gefahrenbereichs bereit, um verunfallten Atemschutzträgern rasch helfen zu können. Der Sicherheitstrupp hat bei Einsätzen nur die Aufgabe verunfallte Kameraden zu retten, und nimmt sonst keine Aufgaben wahr.

Bei größeren Einsätzen, bei denen durch mehrere Eingänge gleichzeitig vorgegangen wird, steht an jedem Ablaufpunkt ein Sicherungstrupp bereit. Sollte dieser zum Einsatz kommen, wird sofort wieder ein Trupp vom Atemschutzsammelplatz entsannt, um den Sicherungstrupp nach zu besetzen.

Dies erfordert zwar mehr Personal, dient aber der Sicherheit. Schließlich möchte jeder nach einem Einsatz wieder möglichst gesund nach Hause zu seiner Familie zurückkehren.


Überprüfung und Wartung der Geräte

Ständige Wartung und Überprüfung der Geräte ist Pflicht im Atemschutz. In jeder Feuerwehr ist ein Sachbearbeiter eingeteilt, der dafür verantwortlich ist, das die Geräte ständig einsatzbereit und in Ordnung sind. Schließlich vertrauen die Atemschutzträger den Geräten ihr Leben an. Ein Defekt kann für den Betroffenen tödlich enden. Deshalb werden die Geräte und Masken nach jedem Einsatz durch den Sachbearbeiter gereinigt und überprüft. Dies geschieht außerdem viertel jährlich. Zusätzlich führt der Abschnitt einmal jährlich eine Geräteüberprüfung, bei der alle Atemschutzgeräte des Abschnitts überprüft werden, und eine Atemschutzinspektion, bei der die Arbeit des Sachbearbeiters in der Feuerwehr kontrolliert wird, durch.

Weiters werden die Geräte alle sechs Jahre, bzw. wie vom Hersteller angegeben, zu der Herstellerfirma zur Grundüberholung geschickt, bei der wichtige Teile ausgetauscht werden, und das Gerät vom Hersteller genau geprüft wird.

 

Dies soll das Risiko gefährlicher Unfälle durch Defekte minimieren.