Strahlenkrankheit

Zur Strahlenkrankheit kommt es, wenn die betroffene Person der kritischen Dosis (1 Sv) oder mehr ausgesetzt war.

Zu ersten erkennbaren Schäden am Körper kann es aber schon ab 250 mSv kommen, etwa die Veränderung des Blutbildes.

 

Die Auswirkungen der Strahlenkrankheit können sein:

 

Übelkeit, Erbrechen

Schwindelanfälle

Durchfall

Blutbildveränderungen

erhöte Infektionsanfälligkeit

Krebsentstehung

 

Bei starker Strahlenbelastung einzelner Körperteile kann es auch zu sogenannten Strahlenverbrennungen kommen. Diese sehen wie normale Verbrennungen aus, z.B. wie ein Sonnenbrand auf der Innenseite der Hand, wenn man Strahler mit hohen Dosisleistungen angreift.

Wenn es zu solchen Hautrötungen wegen einer hohen Strahlenbelastung kommt, entstehen meist irreperable Schäden an dem betroffenen Gewebe.

 

Die Symptome und der Verlauf der Strahlenkrankheit hängen von der aufgenommenen Dosis ab:

 

  • Bis 0,2 Sv nimmt man als spätere Folgen Krebs und Erbgutveränderungen an, die jedoch nicht zur Strahlenkrankheit sondern zu den stochastischen Strahlenschäden zählen.
  • Von 0,2 Sv bis 0,5 Sv gibt es keine erkennbaren Syptome, man kann nur im Labor eine Reduzierung der roten Blutkörperchen feststellen.
  • Von 0,5 bis 1 Sv spricht man von einem "leichten Strahlenkater", der sich durch leichte Kopfschmerzen und ein erhöhtes Infektionsrisiko bemerkbar macht. Bei Männern kann es zu einer temporären Sterilität kommen.
  • Ab 1 Sv bis 2 Sv spricht man von einer leichten Strahlenkrankheit. Eine solche Dosis bezeichnet man auch als LD10/30, das heißt es sterben 10% der Menschen in den  ersten 30 Tagen. Als Syptome kann man 3 bis 6 Stunden nach Aufnahme der Dosis eine leichte Übelkeit mit vereinzeltem Erbrechen für ungefähr einen Tag lang feststellen. Für zehn bis 14 Tage folgt eine Erholungsphase, danach kehren die Symptome wieder zurück. Sie dauern etwa einen Monat, in dem man Appetitlosigkeit, Unwohlsein und Ermüdung beobachten kann. Die Heilung anderer Verletzungen ist beeinträchtigt und es besteht erhöhtes Infektionsrisiko. Männer sind in der Regel Unfruchtbar.
  • Bei 2 Sv bis 3 Sv (LD35/30) bricht bereits die schwere Strahlenkrankheit aus. Unter den Betroffenen nehmen Erkrankungen stark zu und eine signifikannte Sterblichkeit setzt ein. Ihnen ist stark übel und sie erbrechen. Darauf folgt eine 10 bis 14 tägige Erholungsphase. Ist diese vorüber, kommt es unter den Betroffenen zu Haarausfall am ganzen Körper, zu Müdigkeit und Übelkeit. Das Infektionsrisiko steigt rasch an und es kommt zu einem starken Schwund an weißen Blutkörperchen. Es kann bei Frauen zu einer permanenten Sterilität kommen. Die Genesung dauert einen bis mehrere Monate.
  • Von 3 Sv bis 4 Sv (LD50/30) spricht man ebenfalls von einer schweren Strahlenkrankheit. Es kommt zu den selben Symptomen wie bei LD35/30, aber es kommen noch Durchfall und unkontrollierte Blutungen aus dem Mund, unter der Haut und in den Nieren dazu.
  • 4 Sv bis 6Sv aufgenommener Dosis gelten schon als schwerste Strahlenkrankheit (LD60/30). Die Sterblichkeit unter den Betroffenen nimmt von 50% bei 4,5 Sv auf 90% bei 6 Sv zu, wenn diese nicht sofort massiv medizinisch versorgt werden. Die Anfangsymptome treten bereits 30 min bis 120 min nach der Aufnahme dieser Dosis auf. Die Erholungsphase dauert nur 7 bis 14 Tage, die Syptome sind die gleichen wie bei 3 Sv bis 4 Sv, jedoch stärker. In der Regel tritt der Tod innerhalb von 2 bis 12 Wochen durch Infektionen oder Blutungen ein. Kommt es allerdings zu  einer Genesung, dauert diese mehrere Monate bis ein Jahr.
  • 6 Sv bis 10 Sv gelten, falls es nicht zu einer medizinischen Versorgung kommt, bereits als letal (LD100/14). Eine eventulle Überlebenschance hängt vom Einsetzen und der Güte der medizinischen Versorgung ab. Das Magen- und Darmgewebe ist stark beschädigt und das Knochenmark ist zerstört. Eine Knochenmarkstransplantion ist notwendig. Anfangssymptome machen sich bereits 15 min - 30 min nach der Bestrahlung bemerkbar und dauern ca. ein bis zwei Tage an. Die Erholungsphase dauert nur 5 bis 10 Tage und wird auch "Walking-Ghost-Phase" genannt. Am Ende dieser Phase setzt der Tod durch Infektionen oder innere Blutungen ein. Falls eine Genesung erfolgt dauert sie mehrere Jahre, wird aber vermutlich nie ganz erfolgen.
  • 10 Sv bis 20 Sv sind eine bereits sehr hohe Dosis (LD100/7), erste Syptome zeigen sich bereits innerhalb von 10 min - 15 min als sofortige Übelkeit und große Müdigkeit. Es folgt eine mehrtägige Phase von wohlbefinden (Walking-Ghost-Phase). Danach kommt es zu einem raschen Zelltod im Magen- Darmtrakt, der zu massiven Durchfall führt. Dies verursacht Darmblutungen und Wasserverlust, sowie die Störung des Elektrolythaushalts. Zum Tod kommt es durch Kreislaufversagen mit Fieberdelieren und Koma. Behandlungen können nur noch zur Linderung der Schmerzen und beschwerden erfolgen.
  • Bei 20 Sv bis 50 Sv kommt es zum Tod von 100% aller Betroffenen binnen 3 Tagen (LD100/3). Sonst verläuft die Krankheit wie bei 10 Sv bis 20 Sv.
  • Über 50 Sv kommt es zu einer sofortigen Desorientierung und zum Koma binnen Minuten, danach tritt der Tod durch das völlige Versagen des Nervensystems innerhalb weniger Stunden ein.
  • Über 80 Sv schneller Neutronenstrahlung rechnen die US - Streitkräfte mit dem sofortigen Eintritt des Todes.