Tipps zum Verhalten bei nuklearen Zwischenfällen

Zum Schutz vor ionisierender Strahlung gilt grundsätzlich die 3-A-Regel:

Das heißt: je größer der Abstand,

                    je größer die Abschirmung und

                    je kürzer die Aufenthaltszeit, umso weniger Strahlung wird 

                   aufgenommen.

 

Wenn radioaktive Stoffe frei werden (z.B.: bei Kernwaffendetonationen oder bei Explosionen in AKWs) muss man sich weiters vor Kontamnination und Inkorporation schützen.

 

Vor Kontamination kann man sich schützen, in dem man in geschlossenen Gebäuden bleibt und diese so gut es geht abdichtet (Fenster, Lüftungsrohre, Türen, usw.). Wenn man sich im Freien befindet, so kann man sich nur mit Schutzanzügen schützen. Wenn man diese nicht zur Verfügung hat, sollte man so rasch als möglich geschlossene Gebäude aufsuchen (Achtung! Kontamination nicht ins Haus verschleppen! Kleidung und Schuhe ablegen und ordentlich duschen.).

 

Weiters sollte man sich vor Inkorporation schützen.

Vor Inkorporation durch Einatmen kann man sich durch Atemschutz schützen. Meist reichen schon einfache Staubmasken.

Man sollte auch die Augen (z.B. mit Schutzbrillen) schützen.

Essen Sie keine kontaminierten Lebensmittel! Trinken Sie nur Getränke aus geschlossenen Flaschen!  Achten Sie auf die Durchsagen in den Medien!

 

Bewahren Sie die Ruhe, achten Sie auch auf eventuelle Lautsprecherdurchsagen. Überlegen Sie dann, welche Maßnahmen Sie selbst zu treffen haben.

 

Sollte es aber nur zu einem räumlich gesehen kleinen Ereignis kommen (z.B. ein Unfall mit einem Transport von radioaktiven Stoffen), so muss man wieder unterscheiden, ob dabei radioaktive Stoffe frei wurden oder nicht.

Generell gilt wieder die 3-A-Regel (siehe oben).

Die in Österreich üblichen Strahlenquellen sind meist umschlossene Strahler (das jeweilige radioaktive Material ist eingegossen und kann nichts kontaminieren). Vor solchen Strahlern kann man sich recht einfach durch Abstand schützen.

Es gibt im Bereich der Industrie und Medizin zahlreiche Strahlenquellen, die im richtigen Umgang jedoch harmlos sind. Es kann aber jederzeit zu Unfällen kommen, bei denen dann solch ein Strahler bedrohlich für die betroffenen Personen werden kann.

 

Ein einfaches Beispiel wäre der Verkehrsunfall mit einem Transport eines medizinischen Kontrastmittels. Dies ist ein Alphastrahler mit einer sehr niedrigen Halbwertszeit. Zum Zeitpunkt der Verabreichung ist es dann schon so weit zerfallen, dass es nur mehr so gering aktiv ist, um den Körper nicht gravierend zu schädigen, der Arzt aber trotzdem noch etwas erkennen kann. Hat der Transport alledings einen Unfall, so ist es zu diesem Zeitpunkt noch weit aktiver. Sollte der Transportbehälter beschädigt werden, und ein Helfer damit in Kontakt kommen, richtet dieser Strahler schwere Schäden an der Haut an. Für daneben stehende Personen bleibt es allerdings ungefährlich, da Alphastrahlung ja bereits nach nicht einmal einem Meter Luft abgeschirmt ist.

 

Es beibt also immer zu unterscheiden, was ist mit welchen Strahlern passiert, und sind radioaktive Stoffe frei gekommen oder nicht.